

Über 4000 Franken hätten die Schüler der Klasse 5a vom Schulhaus Neuwiesen für Hilfsprojekte von Swissaid gesammelt, berichtet der «Landbote». Dafür wurden sie von der Länderverantwortlichen für Kolumbien besucht. Denn Walquiria Perez hat sich die Mühe gemacht, von Bogotá in die Schweiz zu fliegen. Auf Kosten von Swissaid natürlich. Kostet ja nur mindestens 1500 Franken, das sollte bei diesem Spendenvolumen doch drinliegen.
Perez habe den Kindern von einem Projekt an der kolumbianischen Westküste erzählt: «In einem der Dörfer konnten wir dank eurem Einsatz eine ökologische Vanilleplantage aufbauen.»
Über die «Ausbildungswerkstatt der Netzwerke zur Prävention und Aufdeckung von Gewalt» hat sie allerdings nichts erzählt. Hier werden die Teilnehmer fit gemacht gegen die «neuen Maskulinitäten«. Dass alleine die Geschäftsleitung von Swissaid satte 572’739 Franken verdient, erwähnte Perez wohl auch nicht. Dass von den 1,3 Millionen Franken, die in Kolumbien ausgegeben werden, zunächst mal ein Drittel für die Löhne der Swissaid-Mitarbeiter draufgeht, das fand sie sicherlich auch nicht erwähnenswert.
Dass rund 8 Millionen der Spendeneinnahmen und der Steuerfranken von Deza bereits in Bern verbraucht werden, also von 20 Millionen nur rund 12 überhaupt in den «Projekten» in den verschiedenen Ländern ankommen, das dürfte Perez wohl auch nicht erwähnt haben.
Stattdessen erzählt sie: «Um sich vor giftigen Schlangen zu schützen, tragen die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner hohe Gummistiefel.»
Das beeindruckt natürlich die Fünftklässler. Der «Landbote» berichtet weiter: «Noah fand es cool, dass die Klasse auch während der Schulzeit losgeschickt wurde.» Also während der Schulzeit sammeln die Kinder Geld für die private Entwicklungshilfeorganisation Swissaid, ohne genau zu wissen, wie die das Geld eigentlich ausgibt.
Angesichts der üblichen Transaktion-, Verwaltung- und Lohnkosten von Swissaid ist kaum anzunehmen, dass diese 4000 Franken vollständig in dem armen kolumbianischen Dorf ankamen. Aber Kinder mögen ja Märchen.