

Die staatlich geförderte Entwickkungshilfsorganisation ist seit 1972 in Tansania tätig. Genauer gesagt, seit 52 Jahren gibt sie dort Geld aus. Zurzeit verfügt Swissaid über ein lokales Jahresbudget von 1,5 Millionen Franken. Dafür kann man einiges erwarten.
Vor allem auch deswegen, weil Tansania trotz aller Bemühungen von Swissaid weiterhin eines der ärmsten Länder der Welt war, ist und wohl auch bleiben wird. Obwohl doch Swissaid unermüdlich das «Wissen in der Agrarökologie fundiert», mit «Schulungen» und Ähnlichem auch die Gleichstellung der Frauen fördert.
Aber auch dafür sorgt, dass die «Transparenz und Rechenschaftpflicht im Rohstoffsektor erhöht» werde, der «Bergbau wird verantwortungsvoller», behauptet Swissaid.
Da sei man seit sechs Jahren mit Partnerorganisationen dran, behauptet Swissaid in seinem Hochglanzmagazin. Aber das ist natürlich nicht alles: «In drei ausgewählten Abbauplätzen schult SWISSAID gemeinsam mit Partnerorganisationen die Arbeitnehmenden auf Gefahren und Umweltzerstörung und verteilt Schutzkleider.»
In «drei Abbauplätzen». Tansania hat unzählige kleine und kleinste Goldminen, da ist die Hilfe in drei «Abbauplätzen» ein Witz. Aber der Witz wird dann noch zum reinen Hohn. Denn in Tansania arbeiten schätzungsweise über 300’000 Menschen in Goldminen oder Steinbrüchen. Nun hat aber Swissaid in seiner unendlichen Güte Folgendes getan und schämt sich nicht, das in seiner Zeitschrift zu erzählen:
So «erhielten die Arbeitenden 160 Paar Handschuhe, Helme, Reflektoren, Sicherheitsstiefel und Schutzbrillen. Eine der Begünstigten ist Josefina John. Ihre Hände waren vom ständigen Hämmern voller Risse, die bluteten. Ihre Kinder schmerzten die Berührungen. Mit den robusten Handschuhen kann sie ihre Hände, mit der Brille ihre Augen schützen. Sie ist sicher: «When you are safe, your family is also safe!» Josefina John gehört zu einer Gruppe von Frauen, die in diesem Projekt gefördert werden.«
160 beglückte Minenarbeiter von über 300’000? Das sind gerade einmal 0,05 Prozent. Wenn Swissaid in dieser Geschwindigkeit weitermacht, dauert es nur rund 2000 Jahre, bis alle Minenarbeiter entsprechend ausgerüstet sind. Das nennt man mal einen langfristigen Plan.
Wie lachhaft das ist, fällt immerhin auch dem anonymen Autor des Beitrags auf: «Diese Arbeit auf dem Feld ist aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein.»
Ein Tropfen auf den heissen Stein? Nein, diese Arbeit ist völlig sinnlos, zwecklos, nutzlos, das ist, als ob man gegen das salzige Mittelmeer mit ein paar Zuckerstückchen vorgehen wollte. Aber in der kranken Logik von Swissaid ist die Verteilung von 160 Schutzausrüstungen kein Grund, sich zu schämen. Sondern ein Grund, um das triumphierend zu vermelden.
Das geht nur, wenn man eine gewisse Schamlosigkeit besitzt.