

Grossartige Ankündigung: «Vom 25. November bis zum 10. Dezember erinnert die Präventionskampagne an die Notwendigkeit, geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen. In Indien unterstützen wir Frauen und Mädchen dabei, nach Gewalterfahrungen wieder Fuss zu fassen.»
Wie soll das gehen? Das erklärt Swissaid dann ganz konkret:
«Durch gezielte Aktionen werden in der Region Marathwada Jugendliche, Erwachsene sowie staatliche Akteure gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung sensibilisiert. Durch einen ganzheitlichen Ansatz soll aus dem Traum von einem gewaltfreien Leben für möglichst viele Mädchen und Frauen endlich Realität werden.»
Jetzt wissen die Steuerzahler und Spender aber ganz genau, wofür ihr Geld ausgegeben wird. Wer es noch konkreter wissen möchte: «SWISSAID und die Partnerorganisationen vor Ort arbeiten dabei mit staatlichen Akteuren zusammen, um die gesamte Gesellschaft zu mobilisieren und so einen nachhaltigen Wandel zu ermöglichen.»
Mobilisierung der gesamten Gesellschaft, das hört sich natürlich toll an, kleiner geht’s offenbar nicht. Aber leider scheint die Bevölkerung andere und dringlichere Probleme zu haben: «Die Region Marathwada im Bundesstaat Maharashtra ist wenig entwickelt. 30 Prozent der Familien leben unter der Armutsgrenze. Das Bildungsniveau ist tief und Mangelernährung weit verbreitet.»
Aber Armut und Mangelernährung sollen doch kein Hinderungsgrund sein, mit modernsten entwicklungshelferischen Methoden in Kontakt zu kommen. Denn die Arbeit von Swissaid, nun im dritten Anlauf erklärt, sieht so aus:
«SWISSAID setzt in über 100 Dörfern der Region Marathwada unter anderem auf sogenannte «Peer Educators» aus bestehenden Jungen- und Mädchengruppen. Aus jeder Gruppe werden einige motivierte und sozial kompetente Jugendliche in Genderfragen geschult.
An den monatlichen Treffen der Jugendgruppen stellen sie verschiedene Themen zur Diskussion. Zum Beispiel: Was ist männlich? Was ist weiblich? Was bedeutet Gewalt für das Opfer? Was für den Täter? Welche Folgen hat eine Kinderheirat für die Betroffenen? Mit Liedern, Diskussionen, Plakaten und Rollenspielen werden die Themen spielerisch aufgearbeitet. Neben den monatlichen Treffen gibt es zudem die Möglichkeit sich beraten zu lassen.»
Geschult in «Genderfragen»? Ist vielleicht auch geplant, Nemo für ein paar Auftritte einfliegen zu lassen? Nein, das ist keine Satire oder Karikatur, erfunden von einem bösartigen Kritiker solcher Formen von sogenannter Entwicklungshilfe. Das steht so Wort für Wort auf der Webseite von Swissaid. Vorausschauend ist dieses «Projekt» ziemlich langfristig angelegt. Es begann bereits im März 2023 und soll bis Februar 2026 dauern.
Und, wirkt’s? Aber sicher: «Sneha Giridhari von SWISSAID Indien konnte sich vor Ort von der Wirksamkeit der Präventionsmassnahmen überzeugen.» Wie sie das getan hat und wie sich die Wirksamkeit zeigt, solche süssen Geheimnisse verrät Swissaid allerdings nicht.
Dafür hat die Helferorganisation eine andere, knackige Idee:

Und was passiert hier konkret mit dem für «Frauenpatenschaften» gespendeten Geld? Damit «stärken Sie die Frauen in unseren Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika». Schön zu wissen. Nur: wie genau geht das?
Wenn man das Angebot von Swissaid in Indien genauer anschaut, befürchtet man das Schlimmste. Wohl zu recht.